ENG - The opening of Fantaisie Macabre follows our protagonist’s journey in her youth where she experiences an overwhelming fear of death and the end of existence as she knows it. We see her running, cowering and hiding from death at every turn, escaping death’s clutches and continuing her life through its many phases.  Throughout, Death is a presence; a corporeal character with purpose and existence.  But is Death truly an antagonist? As we follow our protagonist through life, continuously fleeing Death, we also observe her developing relationships and experiencing the growth, love, joy and sadness that every life brings.  However, the inherent balance in nature necessitates that with life there must also be death. Thus, Death is always hovering, always lurking, always present. It can appear at any moment, taking her life’s joys and beauties with it into the next realm. It eventually separates our protagonist from one of her most beloved: a young woman who is her closest friend, with whom she shares a bond of sisterhood and deep familial intimacy.  

 

As with the protagonist’s obsession with death or Death’s obsession with her, the beloved friend also deals with her own obsession with love, particularly the avoidance of romantic love. Her journey is interwoven with that of the protagonist, each helping the other through their struggles and discoveries.

 

Our protagonist can hear and see Death.  She considers Death the enemy, the end to all things loving and beautiful in life, a cruel and evil demise to all.  She understands that Death is part of life but perceives this in a negative, myopic way.  She cannot see that Death can also be a comfort to others, an end to suffering, or even an evolution into another existence.

 

When Death appears in the beginning and throughout the show, we hear our protagonist’s fear when she sings the first half of Franz Schubert’s "Der Tod und das Mädchen" (Pass me by! Oh, pass me by! Go, fierce man of bones! I am still young! Go, rather, And do not touch me. And do not touch me.).  However in the second half, which contains the proclamations of Death, the song is muffled, covered with other sounds, music and/or only represented instrumentally, where our protagonist cannot hear what Death truly means. Thus we follow our protagonist through life, love, and loss, all the while deaf to Death’s purpose.

 

At the close of Fantaisie Macabre, we are at the close of our protagonist’s life, where she finally meets Death and opens herself to hearing Death’s song, the other half that has always been missing and unheard throughout her life.  We learn the message that Death has been telling all along and which vibrates through our protagonist’s conscience. That message is:  “…I am a friend, and come not to punish. Be of good cheer! I am not fierce, Softly shall you sleep in my arms!”  Finally at peace with Death, our protagonist understands that Death was never the enemy, and that her fear was not of death itself, but the fear of the unknown which death brings.  Death is an old friend and our protagonist takes Death by the hand as she is led by Death into the next realm of existence.

DEU - Der Beginn von Fantaisie Macabre verfolgt die Geschichte unserer Protagonistin in ihre Jugend, in der die eine überwältigende Angst vor dem Tod und dem Ende einer Existenz, wie sie sie kennt, erlebt. Wir begleiten sie rennend, kauernd und sich an jeder Ecke vor dem Tod versteckend; wir erleben, wie sie den Fängen des Todes entrinnt und ihr Leben mit all seinen Facetten fortsetzt. Immerzu ist der Tod präsent - ein verkörperter Charakter mit Sinn und Existenz. Aber ist er dabei wirklich ein Antagonist? Wir begleiten unsere Heldin durch ihr Leben und beobachten, wie sie - stets dem Tod entfliehend - Beziehungen entwickelt und Wachstum, Liebe, Freude und Trauer, die jedes Leben bereit hält, kennenlernt. Nichtsdestotrotz ist es nun mal das Wesen der Dinge, dass das Leben auch den Tod mit sich bringt. Daher ist der Tod ständig über allem schwebend, lauernd, immer präsent. Er kann jederzeit erscheinen, um die Freuden und schönen Seiten ihres Lebens mit sich auf die andere Seite zu nehmen. Er nimmt ihr sogar eine ihrer Liebsten; eine junge Frau, ihre engste Freundin und Schwester im Geiste, mit der sie eine tiefe familiäre Intimität verbindet.

 

Parallel zu der Besessenheit der Protagonistin mit dem Tod erleben wir die Besessenheit der Freundin mit der Liebe, insbesondere ihren Versuch, romantische Liebe zu vermeiden. Ihre Reise ist dicht mit der unserer Heldin verwoben - jede hilft der anderen durch ihre Kämpfe und Siege.

 

Unsere Protagonistin kann den Tod sehen und hören. Sie betrachtet ihn als ihren Feind, als das Ende aller schönen und liebenswerten Dinge, eine grausame und bösartige Verneinung allen Lebens. Sie versteht den Tod zwar als unausweichlichen Teil des Lebens, nimmt ihn allerdings nur als negativ wahr. Sie kann nicht anerkennen, dass er für manch andere tröstlich sein, dem Leiden setzen, gar eine Evolution in eine andere Existenzform sein kann.

 

Wann immer der Tod in der Show auftaucht, hören wir die Angst der Protagonistin, beispielsweise wenn sie die erste Hälfte von Franz Schuberts "Der Tod und das Mädchen" singt (“Vorüber! Ach, vorüber! Geh, wilder Knochenmann! Ich bin noch jung! Geh, lieber, und rühre mich nicht an. Und rühre mich nicht an.). In der zweiten Hälfte der Vorstellung, die die Proklamation des Todes beinhaltet, ist das Lied gedämpft, durch andere Geräusche und Töne überlagert, durch Musik übertönt und/oder nur instrumental repräsentiert, während unsere Protagonistin nicht hören kann, was der Tod tatsächlich bedeutet. Wir folgen ihr also durch Leben, Liebe und Verlust, immerzu taub dem Sinn und Zweck des Todes gegenüber.
 

Am Ende von Fantaisie Macabre sind wir auch am Ende des Lebens der Protagonistin, wo sie schließlich den Tod trifft und sich dem Gesang des Todes öffnet –- jener anderen Hälfte, die während ihres Lebens gefehlt hatte und unhörbar geblieben war. Wir erfahren die Botschaft, die der Tod ihr die ganze Zeit erzählt hat und die in ihrem Inneren vibriert. Diese Botschaft lautet: “Ich bin ein Freund, und komme nicht,  zu bestrafen. Sei guten Muts! ich bin nicht wild, sollst sanft in meinen Armen schlafen!


Zuletzt mit dem Tod befriedet, versteht unsere Protagonistin, dass der Tod nie der Feind war und dass ihre Angst nicht dem Tod selbst gegolten hat, sondern dem Unbekannten, das der Tod bringen würde. Aber der Tod ist ein alter Freund und unsere Protagonistin nimmt den Tod an der Hand, während sie von ihm in die nächste Sphäre der Existenz geführt wird.

Synopsis:

F A N T A I S I E  M A C A B R E